Der Auswahlindex DAX, ursprünglich für Deutscher Aktienindex[1], ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Der DAX ist eine Kennziffer, die über Entwicklung und Stand der deutschen Aktienkurse der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse Auskunft gibt. Er bildet damit das Marktsegment der deutschen Blue Chips ab und ist der Leitindex für den deutschen Aktienmarkt.
Der DAX wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung entwickelt und am 1. Juli 1988 eingeführt. Zunächst war der DAX nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den anderen etablierten deutschen Aktienindizes gedacht, inzwischen hat er diese an Bekanntheit aber hinter sich gelassen und den Charakter eines offiziellen Index des deutschen Aktienmarktes gewonnen.
In die Berechnung des DAX fließen neben den Kursen auch die meist jährlich erfolgenden Dividendenzahlungen ein. Der DAX wird deshalb als Performanceindex, also als Aktienindex, der neben der Wertsteigerung der Aktien auch die Kapitalvermehrung durch Dividenden nachzeichnet (Dividenden werden reinvestiert).
Der DAX ist ein Produkt und eingetragene Marke der Deutsche Börse AG.
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Im Frühjahr 1994 wurde der so genannte DAX 100 eingeführt. Dieser Index sollte die Wertentwicklung der 100 liquidesten Werte des Aktienmarkts dokumentieren. Mit Einführung des MDAX 1996 umfasste er die 30 Werte des DAX und die 70 des MDAX. Durch die Änderung des MDAX auf 50 Werte trat an die Stelle des DAX 100 der HDAX. Der CDAX umfasst dagegen alle in Frankfurt gehandelten Aktien. Der SDAX umfasst 50 kleinere Werte hinter dem MDAX.
Als sogenannten Strategy Indice gibt es u.a. den ShortDAX. Er ist umgekehrt proportional zur Entwicklung des DAX und ermöglicht so die Partizipation an negativen Kursentwicklungen. Verliert beispielsweise der DAX 5 Prozent, dann legt der ShortDax um eben soviel Prozent zu. Dadurch haben z.B. Indexanbieter die Möglichkeit, ein Produkt anzubieten, das leicht nachvollziehbar negative Entwicklungen des DAX berücksichtigt und dem Anbieter die Möglichkeit eröffnet, auch an negativen Kursentwicklungen teilzuhaben.
Daneben gibt es auch Branchenindizes wie seit 2007 den ÖkoDAX für Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien oder Strategieindizes wie den DivDAX für dividendenstarke Unternehmen.
Die Eurex bietet Optionen (ODAX) und Futures (FDAX) auf den DAX an.
Zur Indexberechnung, die auf der Indexformel von Étienne Laspeyres basiert, werden die DAX-Gesellschaften unterschiedlich gewichtet. Es zählt hierbei nur die Marktkapitalisierung der sich in Streubesitz befindlichen Aktien (d. h. alle Aktien, die sich nicht im Besitz eines Eigentümers befinden, der über 5 % der Aktien besitzt).
Der Index basiert auf den Kursen des elektronischen Handelssystems XETRA. Seine Berechnung beginnt börsentäglich ab 9:00 Uhr MEZ/MESZ, sobald mindestens 20 der 30 DAX-Unternehmen eine Kursnotierung haben. Er endet mit den Kursen der XETRA-Schlussauktion, die um 17:30 Uhr MEZ startet. Bis zum 31. Dezember 2005 wurde der DAX so im 15-Sekunden-Takt berechnet, seit 1. Januar 2006 jede Sekunde.
Nach der Schlussauktion berechnet die Deutsche Börse AG den L-DAX (Late DAX). Er ist ein Indikator für die Wertentwicklung des DAX nach Xetra-Handelsschluss. Basis ist der Parketthandel an der Frankfurter Wertpapierbörse. Der L-DAX wird börsentäglich zwischen 17:45 Uhr und 20:00 Uhr MEZ berechnet.
Noch wichtiger als der L-DAX ist allerdings der X-DAX, der börsentäglich von 8:00 Uhr bis 9:00 Uhr und von 17:45 Uhr bis 22:00 Uhr berechnet wird. Basis sind die Preise der an der Terminbörse Eurex gehandelten DAX-Future mit der geringsten Restlaufzeit sowie die offiziellen Euribor-Zinssätze der EZB. Der X-DAX ist ein relativ sicherer vor- und nachbörslicher Indikator für die DAX-Entwicklung, da die US-Märkte vollständig zeitlich abgedeckt werden.
Damit ein Unternehmen in den DAX aufgenommen wird, muss es im Prime Standard gelistet sein, fortlaufend in Xetra gehandelt werden und mindestens einen Streubesitz von 5 % aufweisen. Außerdem muss das Unternehmen einen Sitz oder den Schwerpunkt seines Handelsumsatzes an Aktien in Deutschland haben. Als Sitz des Unternehmens kann sowohl der juristische Sitz als auch das operative Hauptquartier, also der Sitz der Geschäfts- beziehungsweise Verwaltungsführung gelten. Der Schwerpunkt des Börsenumsatzes gilt als erreicht, wenn mindestens 33 % des Gesamtumsatzes der Aktien der AG über die Frankfurter Wertpapierbörse abgewickelt wurden.
Unter den Unternehmen, welche diese Grundvoraussetzungen erfüllen, erfolgt die weitere Auswahl anhand folgender zwei Merkmale:
Eine Anpassung des DAX findet nach folgenden vier Regeln statt:
Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungstermin im September werden alle vier Regeln angewendet. Die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regel finden dagegen auch an den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember Anwendung. Außerordentliche Aktualisierungen werden außerdem im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens vorgenommen oder falls ein Unternehmen die anfangs genannten Grundvoraussetzungen nicht mehr erfüllt.
Zudem kann in Ausnahmefällen, wie zum Beispiel kurzfristig angekündigte Übernahmen oder signifikante Veränderung des Freefloat, der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von diesen Regeln abweichen.
Die Werte im DAX werden entsprechend ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet. Maßgeblich ist also nicht der gesamte Börsenwert eines Unternehmens, sondern nur der Wert der frei handelbaren Aktien (engl. Free Float). Festbesitz von Großaktionären, welche 5% oder mehr der Aktien eines Unternehmens halten, bleibt für die Gewichtung unberücksichtigt.
Auf Grund von Änderung des Aktienbesitzes, aber vor allem auf Grund von Kursänderungen ändert sich die tatsächliche Streubesitz-Marktkapitalsierung fortwährend. Die Gewichtung wird dabei bei jeder sekündlichen Neuberechnung des DAX auf Basis der aktuellen Kurse ebenfalls neu berechnet. Änderungen des Streubesitz-Anteils werden dagegen von der Deutschen Börse nur zu den vierteljährlichen Anpassungsterminen erfasst und fließen erst dann in die Gewichtung ein. Dies kann in Situation, in welchen Großaktionäre ihren Aktienanteil über die Börse stark erhöhen oder verringern zu starken Verzerrungen in der Gewichtung führen, da sich die daraus ergebenen Kursänderungen unmittelbar auf die DAX-Gewichtung auswirken, die Veränderung des Streubesitzes aber erst später in die Gewichtung einfließt. In Folge der Übergewichtung von Volkswagen hat die Deutsche Börse im November 2008 zusätzliche Regeln eingeführt, um derartigen extremen Verzerrungen entgegenzuwirken. Ein Wert kann demnach außerhalb der Anpassungstermine aus dem Index genommen werden, falls seine Gewichtung 10% überschreitet und die 30-Tages-Volatilität des Aktienkurses 250% übersteigt.[2]
Die folgende Tabelle zeigt die dem DAX-Index zugeordneten Unternehmen und ihre Gewichtung im DAX (Performance-Index) zum Anpassungstermin 22. September 2008. Die Tabelle enthält die Daten, wie sie von der Deutschen Börse veröffentlicht wurden und maßgebend für die Gewichtung im DAX sind.
Die aktuellen Gewichtungen und die zu Grunde liegenden Kennzahlen werden darüber hinaus von der Deutschen Börse täglich veröffentlicht.[4]
| Name | Gewichtung im DAX |
Anzahl der Aktien in Streubesitz |
Streubesitz- Marktkapitalisierung in Mio. € |
Aktienverteilung |
|---|---|---|---|---|
| Adidas AG | 1,31% | 198.178.337 | 7.664 | Streubesitz 100 % |
| Allianz SE | 7,74% | 452.350.000 | 45.466 | Streubesitz 100 % |
| BASF SE | 5,64% | 946.030.000 | 33.092 | Streubesitz 100 % |
| Bayer AG | 7,49% | 764.341.920 | 43.973 | Streubesitz 100 % |
| BMW AG St | 1,69% | 601.995.196 | 9.940 | Johanna Quandt 16,70 % Stefan Quandt 17,40 % Susanne Klatten 12,50 % Streubesitz 53,40 % |
| Commerzbank AG | 1,78% | 722.553.156 | 10.458 | Assicurazioni Generali 8,80 % Streubesitz 91,20 % |
| Continental AG | 1,01% | 162.246.090 | 5.953 | Schaeffler KG 48,32 % Streubesitz 51,68 % |
| Daimler AG | 5,99% | 964.557.432 | 35.177 | Kuwait Investment Authority 7,59 % Streubesitz 92,41 % |
| Deutsche Bank AG | 5,20% | 530.743.930 | 30.518 | Streubesitz 100 % |
| Deutsche Börse AG | 2,12% | 195.000.000 | 12.431 | Streubesitz 100 % |
| Deutsche Lufthansa AG | 1,19% | 457.937.572 | 6.997 | Streubesitz 100 % |
| Deutsche Post AG | 2,31% | 1.209.015.874 | 13.562 | KfW 30,50 % Streubesitz 69,50 % |
| Deutsche Postbank AG | 0,51% | 164.000.000 | 3.014 | Deutsche Post AG 50 % Streubesitz 50 % |
| Deutsche Telekom AG | 5,58% | 4.361.319.993 | 32.752 | KfW 16,87 % Bundesrepublik Deutschland 14,82 % Streubesitz 68,31 %[5] (inkl. Blackstone mit 4,4 %) |
| E.ON AG | 10,00% | 1.855.750.001 | 58.724 | E.ON 7,77 % Streubesitz 92,23 % |
| Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA St |
1,18% | 293.583.624 | 6.905 | Fresenius SE 36,41 % Streubesitz 63,69 % |
| Henkel KGaA Vz | 0,87% | 178.162.875 | 5.110 | Streubesitz 100 % |
| Hypo Real Estate Holding AG | 0,48% | 211.084.520 | 2.813 | Grove International Partners 7 % Close Trustees (Cayman) Limited 5,33 % Streubesitz 87,67 % |
| Infineon Technologies AG | 0,71% | 749.742.085 | 4.165 | Streubesitz 100 % |
| K+S | 1,27% | 165.000.000 | 7.455 | MCC Holding Ltd. 10,43 % BASF SE 10,30 % Streubesitz 79,27 % |
| Linde AG | 2,05% | 168.201.095 | 12.051 | Commerzbank AG 9,9 % Allianz SE 6 % Streubesitz 84,1 % |
| MAN AG St | 0,90% | 140.974.350 | 5.307 | Volkswagen AG 29,90 % Streubesitz 70,10 % |
| Merck KGaA | 0,87% | 64.621.126 | 5.126 | Streubesitz 100 % |
| METRO AG St | 0,76% | 324.109.563 | 4.446 | Familie Haniel, Beisheim, Schmidt-Ruthenbeck 65,87 % Streubesitz 34,13 |
| Münchener Rück AG | 3,66% | 206.403.804 | 21.487 | Streubesitz 100 % |
| RWE AG St | 4,52% | 523.405.000 | 26.566 | RW Energie Beteiligungsgesellschaft mbH 16,09 % RWE AG 6,10 % Streubesitz 77,81 % |
| SAP AG | 6,05% | 1.246.683.912 | 35.503 | Klaus Tschira 9,24 % Hasso Plattner 10,35 % Dietmar Hopp 9,09 % Streubesitz 71,32 % |
| Siemens AG | 9,78% | 914.203.421 | 57.411 | Familie Siemens 5,58 % Siemens AG 5,09 % Streubesitz 89,33 % |
| ThyssenKrupp AG | 1,47% | 514.489.044 | 8.635 | Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung 25,10 % ThyssenKrupp 9,92 % Streubesitz 64,98 % |
| Volkswagen AG St | 5,88% | 294.368.987 | 34.536 | Porsche Automobil Holding SE 35,14 % Land Niedersachsen 20,08 % Streubesitz 44,78 % |
| Gesamt | 100,00% | 19.581.052.907 | 587.236 |
Seit der Einführung des DAX am 1. Juli 1988 wurden zahlreiche Anpassungen an seiner Zusammensetzung vorgenommen. Ursprünglich waren folgende Werte Bestandteil des Index, die mit * gekennzeichneten Unternehmen sind bis heute ununterbrochen im DAX vertreten:
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Ausgehend von dieser anfänglichen Zusammensetzung wurden folgende Veränderungen vorgenommen:[6]
| Datum | ausgeschieden | aufgenommen | Ursache / Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 03.09.1990 | Feldmühle Nobel | Metallgesellschaft | Übernahme von Feldmühle Nobel durch Stora Enso |
| Nixdorf | Preussag (heute TUI) | Nixdorf geht in Siemens-Nixdorf auf | |
| 18.09.1995 | Deutsche Babcock | SAP | Höhere Marktkapitalisierung von SAP |
| 22.07.1996 | Kaufhof | METRO | Zusammenschluss von Kaufhof und Metro Cash & Carry |
| 23.09.1996 | Continental | Münchener Rück | Continental wurde am 22.09.2003 als bisher einziges Unternehmen erneut in den DAX aufgenommen |
| 18.11.1996 | Metallgesellschaft | Deutsche Telekom | Börsengang der Telekom |
| 22.06.1998 | Bayerische Hypotheken- und Wechselbank |
adidas | Zusammenschluss von Vereinsbank und Hypobank zur HypoVereinsbank |
| Bayerische Vereinsbank | HypoVereinsbank | ||
| 21.12.1998 | Daimler-Benz | DaimlerChrysler (heute Daimler) |
Zusammenschluss von Daimler-Benz mit Chrysler |
| 22.03.1999 | Degussa | Degussa-Hüls | Verschmelzung der Degussa AG auf die Hüls AG und Umbenennung in Degussa-Hüls AG |
| 25.03.1999 | Thyssen | ThyssenKrupp | Zusammenschluss von Thyssen und Krupp |
| 20.09.1999 | Hoechst | Fresenius Medical Care | Zusammenschluss von Hoechst und Rhône-Poulenc zu Aventis |
| 14.02.2000 | Mannesmann | Epcos | Übernahme von Mannesmann durch Vodafone |
| 19.06.2000 | Veba | E.ON | Zusammenschluss von Veba und Viag zu E.ON |
| VIAG | Infineon | ||
| 18.12.2000 | Degussa-Hüls | Degussa | Verschmelzung der Degussa-Hüls AG und der SKW Trostberg AG auf die neue Degussa AG |
| 19.03.2001 | KarstadtQuelle | Deutsche Post | Börsengang der Deutschen Post |
| 23.07.2001 | Dresdner Bank | MLP Vz. | Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz |
| 23.09.2002 | Degussa | Altana | Zu geringe Marktkapitalisierung der Degussa AG nach weitgehender Annahme des Übernahmeangebots durch die RAG AG |
| 23.12.2002 | Epcos | Deutsche Börse | Fast-Exit von Epcos, da Epcos bei der Marktkapitalisierung nur Rang 52 belegt.[7] |
| 22.09.2003 | MLP | Continental | |
| 31.01.2005 | Lanxess | Lanxess wird von Bayer abgespalten. Um Verzerrungen in der DAX-Berechnung zu vermeiden, umfasste der DAX am 31. Januar 2005 bisher einmalig 31 Werte. Mit dem Schlusskurs von Lanxess wurde die Gewichtung von Bayer zum 1. Februar 2005 neu berechnet und Lanxess wurde wieder aus dem DAX genommen.[8] | |
| 01.02.2005 | Lanxess | ||
| 19.12.2005 | HypoVereinsbank | Hypo Real Estate | Übernahme der HypoVereinsbank durch die UniCredit |
| 18.09.2006 | Schering | Postbank | Übernahme von Schering durch Bayer |
| 18.06.2007 | Altana | Merck | Nach dem Verkauf der Pharmasparte an Nycomed zu geringe Marktkapitalisierung von Altana[9] |
| 22.09.2008 | TUI | K+S | Fast-Entry von K+S, niedrige Marktkapitalisierung von TUI[10] |
Der DAX wird von der Deutschen Börse seit dem 1. Juli 1988 berechnet und startete bei 1.163,52 Punkten. Die Indexbasis liegt bei 1.000,00 Punkten per 31. Dezember 1987.
Da Investoren nicht nur an der aktuellen Performance des deutschen Aktienindexes Interesse haben, sondern auch an der historischen, wurde dieser 1988 von Frank Mella, damals Redakteur bei der Börsen-Zeitung und Erfinder des DAX, auf täglicher Basis exemplarisch bis 1959 zurückberechnet.
Mella verkettete den DAX am 30. Dezember 1987 mit den 30 Aktienwerten im Index der Börsen-Zeitung (BZ-Index), der wiederum aus einer Verknüpfung mit den 24 Werten im Hardy-Index des Bankhauses Hardy & Co. zum 1. April 1981 hervorgegangen ist und bis 28. September 1959 (Basiswert = 100) zurückreicht.
Anders als im DAX und im BZ-Index erfolgte im Hardy-Index keine Berücksichtigung der Dividenden. Hardy- und BZ-Index wurden viermal am Tag (um 12:00 Uhr, 12:30 Uhr, 13:00 Uhr und 13:30 Uhr) ermittelt. Die von Mella erzeugte Zeitreihe wird von der Deutschen Börse als offizielle Rückberechnung des DAX verwendet.
Längerfristige Zurückberechnungen des deutschen Aktienindexes stützen sich vor allem auf den Index des Statistischen Bundesamtes, von dem bis 1950 zurückreichende monatliche Kurse zur Verfügung stehen und den Aktienindex des Statistischen Reichsamtes, der von 1924 bis 1943 ermittelt wurde.[11][12]
Den größten Tagesanstieg in seiner Geschichte erzielte der Index am 13. Oktober 2008 mit einem Plus von 11,4 Prozent.[13] Den größten Tagesabsturz erlitt der DAX am 16. Oktober 1989, er brach um 12,81 Prozent ein.
1960 überwand der Index rechnerisch erstmals die Marke von 500 Punkten. Die Stagnation des DAX in den 1960er und 1970er Jahren und die rasante Entwicklung in den 1980er und 1990er Jahren lässt sich an seiner Verdopplungsrate erkennen. 25 Jahre dauerte es, bis sich der Index von 500 Punkte 1960 auf 1.000 Punkte 1985 verdoppelte. Die Verdopplung auf 2.000 Punkte im Jahre 1993 dauerte mehr als acht Jahre. Für die Verdopplung auf 4.000 Punkte 1997 benötigte der DAX knapp vier Jahre, bis auf 8.000 Punkte im Jahre 2000 nur noch knapp drei Jahre.
Am 7. März 2000 erreichte der DAX mit 8.136,16 Punkten im Handelsverlauf und mit 8.064,97 Punkten auf Schlusskursbasis seine bis dahin höchsten Werte. Diese wurden erst mehr als sieben Jahre später, im Sommer 2007, übertroffen. Nach dem Platzen der Spekulationsblase im Technologiesektor (Dotcom-Blase) sank der DAX bis 12. März 2003 auf einen Tiefststand von 2.188,75 Punkten im Handelsverlauf und 2.202,96 Punkten auf Schlusskursbasis. Tiefer schloss der Index letztmals am 24. November 1995. Das war ein Rückgang um 72,7 Prozent (5.862,01 Punkte) gegenüber seinem Höchststand vom 7. März 2000. Der 12. März 2003 markiert den Wendepunkt der Talfahrt. Ab dem Frühjahr 2003 war der DAX wieder auf dem Weg nach oben.
Er schloss am 5. Mai 2003 erneut über der 3.000-Punkte-Marke, am 2. Januar 2004 wieder über der 4.000-Punkte-Marke und am 28. September 2005 erneut über der 5.000-Punkte-Marke. Der DAX stieg auch in den folgenden Jahren weiter. Am 3. April 2006 schloss der Index erstmals seit Juli 2001 über der 6.000-Punkte-Marke und am 21. Februar 2007 erstmals seit November 2000 über der Marke von 7.000 Punkten. Erst im Sommer 2007 konnten die bis dahin höchsten Stände vom März 2000 übertroffen werden: Am 16. Juli 2007 wurde zunächst ein neuer Höchstwert beim Schlussstand erzielt (8.105,69 Punkte), während bereits am 13. Juli 2007 im Handelsverlauf das alte Allzeithoch übertroffen wurde (8.151,57 Punkte).[14]
Im Dezember 2007 sind erstmals die 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne mehrheitlich im Besitz ausländischer Investoren. Gegenüber 2005 ist ihr Anteil um 20 auf nunmehr 53 Prozent gestiegen.[15]
Im Verlauf der internationalen Finanzkrise begann der DAX wieder zu sinken. Am 9. Oktober 2008 schloss er mit 4.887,00 Punkten erstmals seit 4. November 2005 unter der Grenze von 5.000 Punkten. Einen neuen Tiefststand erzielte der Index am 21. November 2008, als er den Handel mit 4.127,41 Punkten beendete. Seit dem Allzeithöchststand vom 16. Juli 2007 entspricht das einem Rückgang um 49,1 Prozent oder 3.978,28 Punkten.
Da sich Porsche im Oktober 2008 teilweise auch über Optionen 74,1 Prozent der VW-Aktien gesichert hatte,[16] kam es zu einer starken Verknappung von VW-Aktien, so dass Finanzinvestoren, die umfangreiche Leerverkäufe von VW-Aktien getätigt hatten, in eine Klemme gerieten (sogenannter „Short Squeeze“).[17] Zeitweise überschritt die VW-Aktie am 28. Oktober 2008 die 1.000-Euro-Marke und brachte somit den DAX insgesamt ins Plus. Durch diesen außerordentlichen Kursanstieg erhöhte sich die Gewichtung der Aktie im DAX von ursprünglich 5,88% im September auf 27%, VW hat damit faktisch den DAX allein bestimmt. Die Deutsche Börse hatte darauf hin ab 3. November 2008 eine außerordentliche DAX-Indexneugewichtung vorgenommen und eine Kappungsgrenze von zehn Prozent für die Aktie der Volkswagen AG eingeführt. Damit wurde das Gewicht der Volkswagenaktie im DAX auf zehn Prozent zurückgesetzt, da sie diese Schwelle mit Abschluss des Handels am Freitag, den 31. Oktober 2008, überschritt. [18]
Seinen absolut höchsten Stand im Handelsverlauf (Allzeithoch) erreichte der DAX am 13. Juli 2007 mit 8.151,57 Punkten. Den bisher höchsten Tagesschlusswert erzielte er am 16. Juli 2007 bei 8.105,69 Punkten.
Die Tabelle zeigt die Meilensteine des bis 1959 zurückberechneten DAX.[19]
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Quelle: Wirtschaftsuniversität Wien
Die Tabelle zeigt die besten Tage des bis 1959 zurückberechneten DAX.[19]
| Rang | Datum | Schlussstand in Punkten |
Veränderung in Punkten |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 13. Oktober 2008 | 5.062,45 | 518,14 | 11,40 |
| 2 | 30. Mai 1962 | 399,60 | 45,19 | 11,31 |
| 3 | 28. Oktober 2008 | 4.823,45 | 488,81 | 11,28 |
| 4 | 24. November 2008 | 4.554,33 | 426,93 | 10,34 |
| 5 | 29. Mai 1970 | 485,85 | 41,25 | 9,28 |
| 6 | 29. Juli 2002 | 3.859,78 | 280,78 | 7,85 |
| 7 | 17. Januar 1991 | 1.422,67 | 99,99 | 7,56 |
| 8 | 12. November 1987 | 1.061,64 | 73,44 | 7,43 |
| 9 | 2. Januar 2003 | 3.105,04 | 212,41 | 7,34 |
| 10 | 11. Oktober 2002 | 2.930,74 | 197,55 | 7,23 |
| 11 | 6. August 2002 | 3.568,64 | 235,99 | 7,08 |
| 12 | 15. Oktober 2002 | 3.048,27 | 198,16 | 6,95 |
| 13 | 13. März 2003 | 2.354,31 | 151,35 | 6,87 |
| 14 | 24. September 2001 | 4.038,69 | 251,46 | 6,64 |
| 15 | 30. Oktober 1987 | 1.177,38 | 72,98 | 6,61 |
| 16 | 17. Oktober 1989 | 1.475,44 | 89,72 | 6,47 |
| 17 | 1. Oktober 1990 | 1.420,73 | 85,84 | 6,43 |
| 18 | 5. Januar 1988 | 1.004,34 | 60,46 | 6,41 |
| 19 | 29. Oktober 1997 | 3.791,81 | 224,59 | 6,30 |
| 20 | 8. August 2002 | 3.679,26 | 213,72 | 6,17 |
| 21 | 27. August 1990 | 1.654,80 | 95,76 | 6,14 |
| 22 | 12. Oktober 1998 | 4.225,49 | 241,84 | 6,07 |
| 23 | 24. Januar 2008 | 6.821,07 | 381,86 | 5,93 |
| 24 | 21. Oktober 1987 | 1.379,53 | 76,73 | 5,89 |
| 25 | 7. April 2003 | 2.808,94 | 154,87 | 5,84 |
| 26 | 2. April 2003 | 2.589,35 | 139,16 | 5,68 |
| 27 | 17. Oktober 2002 | 3.172,46 | 163,53 | 5,44 |
| 28 | 25. Oktober 1962 | 333,54 | 16,92 | 5,34 |
| 29 | 12. März 1999 | 5.008,16 | 253,75 | 5,34 |
| 30 | 5. Juli 2002 | 4.483,03 | 224,41 | 5,27 |
Quelle: Wirtschaftsuniversität Wien
Die Tabelle zeigt die schlechtesten Tage des bis 1959 zurückberechneten DAX.[19]
| Rang | Datum | Schlussstand in Punkten |
Veränderung in Punkten |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 16. Oktober 1989 | 1.385,72 | -203,62 | -12,81 |
| 2 | 19. August 1991 | 1.497,93 | -155,44 | -9,40 |
| 3 | 19. Oktober 1987 | 1.321,61 | -136,94 | -9,39 |
| 4 | 11. September 2001 | 4.273,53 | -396,60 | -8,49 |
| 5 | 28. Oktober 1997 | 3.567,22 | -311,90 | -8,04 |
| 6 | 26. Oktober 1987 | 1.193,31 | -99,36 | -7,69 |
| 7 | 29. Mai 1962 | 354,41 | -27,56 | -7,22 |
| 8 | 21. Januar 2008 | 6.790,19 | -523,98 | -7,16 |
| 9 | 6. Oktober 2008 | 5.387,01 | -410,02 | -7,07 |
| 10 | 10. Oktober 2008 | 4.544,31 | -342,69 | -7,01 |
| 11 | 6. November 2008 | 4.813,57 | -353,30 | -6,84 |
| 12 | 28. Oktober 1987 | 1.142,17 | -83,30 | -6,80 |
| 13 | 22. Oktober 1987 | 1.287,58 | -91,95 | -6,67 |
| 14 | 10. November 1987 | 945,91 | -66,18 | -6,54 |
| 15 | 15. Oktober 2008 | 4.861,63 | -337,56 | -6,49 |
| 16 | 14. September 2001 | 4.115,98 | -276,42 | -6,29 |
| 17 | 2. Oktober 1998 | 3.962,50 | -263,99 | -6,25 |
| 18 | 24. März 2003 | 2.548,37 | -166,69 | -6,14 |
| 19 | 21. August 1998 | 5.163,51 | -324,71 | -5,92 |
| 20 | 8. Oktober 2008 | 5.013,62 | -313,01 | -5,88 |
| 21 | 3. September 2002 | 3.398,99 | -210,42 | -5,83 |
| 22 | 10. September 1998 | 4.747,33 | -293,54 | -5,82 |
| 23 | 20. September 2001 | 3.809,67 | -232,13 | -5,74 |
| 24 | 5. August 2002 | 3.332,65 | -199,84 | -5,66 |
| 25 | 4. Januar 1988 | 943,88 | -56,12 | -5,61 |
| 26 | 1. Oktober 1998 | 4.226,49 | -248,02 | -5,54 |
| 27 | 29. Oktober 2002 | 3.022,01 | -176,95 | -5,53 |
| 28 | 6. August 1990 | 1.740,93 | -100,01 | -5,43 |
| 29 | 6. März 1961 | 518,43 | -29,64 | -5,41 |
| 30 | 27. Dezember 2002 | 2.840,00 | -160,84 | -5,36 |
Quelle: Wirtschaftsuniversität Wien
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