| Niederländisch | ||
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Gesprochen in |
Siehe unter „Offizieller Status“, des Weiteren in Indonesien und nur mundartlich in Frankreich (Nord-Pas-de-Calais) und Deutschland (Nördlicher Niederrhein). | |
| Sprecher | ca. 26 Millionen | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache von | Bild:Flag of Aruba.svg Aruba |
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| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
nl |
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| ISO 639-2: | (B) dut | (T) nld |
| SIL: |
nld |
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Die niederländische Sprache (Nederlandse taal), auch Niederländisch (Aussprache: Nederlands), gehört wie die deutsche Sprache zum germanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Insbesondere das Niederdeutsche und das Englische haben viele Gemeinsamkeiten mit dem Niederländischen. Aus dem Niederländischen ging Afrikaans hervor.
→ Hauptartikel: Niederländisch (Name)
Fälschlich und umgangssprachlich wird die niederländische Sprache oft Holländisch genannt. Der Holländische Dialekt wird aber nur in der (historischen) Region Holland im Westen der Niederlande gesprochen.
Manchmal nennt man das Niederländische, wie es in der belgischen Region Flandern gesprochen wird Flämisch, aber auch in Belgien gilt die niederländische Standardsprache. Das Niederländische in Belgien variiert um teilweise andere Wörter, weil es mehr französische Lehnwörter enthält. Ursprünglich bezeichnete man mit Flandern nur einen Teil (eine frühere Grafschaft) des niederländischsprachigen Gebiets in Belgien.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nannte man Niederländisch oft, jedoch meistens nur schriftlich, Nederduits (wörtlich ‚Niederdeutsch‘, jedoch nicht mit der heutigen Bedeutung). Erst danach setzte sich die Bezeichnung Nederlands ganz durch, obwohl diese auch schon seit dem 13. Jahrhundert verwendet wurde. Auch der Name Niederlande selbst setzte sich nur allmählich durch. Im Mittelalter hieß die niederländische Sprache auch sehr oft Diets oder Duuts (wörtlich ‚Volkssprache‘), ein Kognat (aber keine Variante) des Deutschen ‚Deutsch‘. Kurz gesagt: Das niederländische dietsch (mit all seinen Nebenformen) und das deutsche Wort deutsch stand auf beiden Seiten der Sprachgrenze schlicht für germanisch und hatten damals noch keine politisch-nationale Bedeutung.[1][2][3]
Das Niederländische ist eine westgermanische Sprache. Es leitet sich vorwiegend vom Niederfränkischen und teilweise von anderen germanischen Dialekten, wie dem Niedersächsischen, ab (siehe deutsches Dialektkontinuum) und hat sich im Delta von Rhein, Maas und Schelde – nordwestlich der Benrather Linie – weiterentwickelt. Die Mehrzahl der in den Niederlanden gesprochenen Dialekte sind niederfränkischen Ursprungs. Das Niederfränkische geht auf die altfränkischen (salischen) Mundarten zurück. Die niederfränkischen Dialekte am deutschen Niederrhein (siehe auch Niederrheinische Sprache) könnten wohl auch als eher Niederländisch aufgefasst werden (siehe auch Rheinmaasländisch). Das Niederländische weist aber nicht nur fränkische, sondern auch sächsische und friesische Einflüsse auf (siehe Neuniederländisch).
Das moderne Niederländisch (Standardsprache) beruht vor allem auf den Mundarten der Provinzen Holland und Brabant (vor allem um das einstige Sprachzentrum Antwerpen). Lehnwörter kommen aus dem Französischen und in neuerer Zeit überwiegend aus dem Englischen. Was den Wortschatz betrifft, so bewahrt das Niederländische mehr als das moderne (Hoch-)Deutsche den alten Wortbestand. Sprachliche Weiterentwicklungen und Neuformungen der heutigen Deutschen Sprache fanden nie Eingang in das Niederländische, im (Hoch-)Deutschen bereits verschwundene Begriffe leben im Niederländischen fort (z. B. oorlog, lenen, kiezen, verbazen). Im Unterschied zum Hochdeutschen sind die Wörter lautlich unverschoben, haben die hochdeutsche Lautverschiebung also nicht mitgemacht. Beispiele sind:
genoot/Genosse, wetenschap/Wissenschaft, paard/Pferd, koopman/Kaufmann, verbeteren/verbessern, koninkrijk/Königreich.
Als westgermanische Sprache ist das Niederländische ebenfalls mit dem Englischen und Friesischen verwandt. Die historisch jüngste westgermanische Sprache, das Afrikaans (früher „Kapholländisch“), das vor allem in Südafrika und Namibia gesprochen wird, ist ein unmittelbarer Spross des Niederländischen (siehe unten). Seit den 1980er Jahren sind die Mehrheit der Afrikaans-Sprecher nicht mehr niederländischstämmige Buren, sondern die Farbigen in Südafrika.
Mit dem Niederländischen eng verwandt sind außer Afrikaans auch die verschiedenen Kreolsprachen in Suriname, Guayana und auf den Westindischen Inseln, so wie die Niederfränkischen Dialekte am Niederrhein (siehe auch Niederrheinische Sprache).
Siehe auch Niederländischer Einfluss auf das Niederdeutsche.
Über die genaue sprachgeschichtliche Einordnung des Niederländischen besteht genau so wenig Einigkeit wie über die der germanischen Sprachen allgemein.
So wurde das Niederländische bis ins frühe 19. Jahrhundert offiziell Nederduitsch genannt. [4] [5] [6].
In der älteren Sprachwissenschaft wurde das Niederländische oft zum Niederdeutschen gerechnet. Dieser Standpunkt wird in der modernen Sprachwissenschaft nicht mehr vertreten.[7]
Das Niederländische gehört ebenso wie das Niederdeutsche und das Hochdeutsche zum Dialektkontinuum der kontinentalen westgermanischen Sprachen. Allerdings bestehen heutzutage zwischen dem Niederländischen und dem Standarddeutschen erhebliche phonologische, morphologische und lexikal-semantische Unterschiede, d. h. Unterschiede im Wortschatz, so heißt im Niederländischen verstopt „versteckt“ und „verstopft“, monster „Probe/Muster“ und bellen „klingeln“. Das Niederländische machte die Entwicklung zur deutschen Schriftsprache nicht mit und entwickelte sich anders als etwa Bairisch oder Niederdeutsch zu einer eigenständigen Ausbausprache. Die politische Trennung führte überdies zu einer getrennten Sprachentwicklungskontinuität einschließlich einer unterschiedlichen Dynamik der äußeren Sprachbeeinflussung (Entlehnungen), im Niederländischen finden sich deutlich mehr aus dem Französischen übernommene Wörter als im Deutschen, z. B. trottoir, perron, douane, vel (von feuille), portefeuille, fier gegenüber Bürgersteig, Bahnsteig, Zoll, Blatt, Brieftasche, stolz.
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich in der germanistischen historischen Linguistik das Modell der Wellentheorie etabliert, dass sich gegen Ende des ersten Jahrtausend innerhalb des mitteleuropäischen germanischen Dialektkontinuums drei sprachliche Innovationszentren herausgebildet hatten – das nordseegermanische (Vorläufer altniederdeutscher, altfriesischer und altenglischer Varietäten), das Weser-Rhein-germanische (Vorläufer altfränkischer Varietäten) und das elbgermanische (Vorläufer altbairischer, altalemannischer und langobardischer Varietäten) –, die in gegenseitigem Austausch standen und ineinander übergingen. Das Niederländische verbindet fränkische und nordseegermanische Einflüsse, wodurch nicht nur Gemeinsamkeiten mit niedersächsischen, sondern auch mit fränkischen Varietäten erklärt werden.
Die Herausbildung der modernen Sprachen Niederländisch und Deutsch ist erst allmählich im Laufe der zunehmenden Staatenbildung und der zunehmenden Sprachstandardisierung erfolgt. Aus Gründen der Anschaulichkeit wird diese These bisweilen mittels eines Stammbaums dargestellt.[8]
Nach der traditionellen, aber mittlerweile in der historischen Linguistik nur noch selten vertretenen Ansicht, werden das Niederländische und das Niederdeutsche zu einer gemeinsamen Gruppe zusammengefasst, die sich dadurch auszeichnet, dass sie weder an der zweiten deutschen Lautverschiebung noch an den anglofriesischen Lautveränderungen teilgehabt hat. Für das Niederfränkische und das Niederdeutsche nach heutigem Verständnis (siehe Niederdeutsche Sprache) wird nach diesem Modell eine gemeinsame Ursprache angesetzt. Die moderne Sprachwissenschaft lehnt dieses Modell jedoch weitgehend ab, weil die Einteilung anhand einzelner Lautveränderungen der komplexen sprachlichen Wirklichkeit nicht gerecht wird. Die Tatsache des Vorhandenseins von Sprachgruppen, die sich nicht durch gemeinsame Neuerungen auszeichnen, sondern gleichsam Restklassen darstellen, erscheint ebenso als unbefriedigendes methodisches Manko. Zudem erklärt dieses Modell zwar die Ähnlichkeiten des Niederländischen mit dem heutigen Niederdeutschen, nicht aber mit dem Mittelfränkischen. Außerhalb der Fachwelt ist dies überholte Modell noch oft anzutreffen.
Die Sprachgeschichte wird häufig in folgende Phasen unterteilt:
Niederländisch ist heute Muttersprache von etwa 25 Millionen Menschen. Amtssprache ist es in folgenden Staaten (die Zahl gibt die ungefähre Zahl der Muttersprachler an):
Der Language Code ist nl beziehungsweise dut oder nld (nach ISO 639); dum ist der Code für Mittelniederländisch (etwa 1050–1350).
In der niederländischen Provinz Friesland gibt es viele Einwohner, die als Muttersprache zu Hause friesische Varietäten sprechen. Sie lernen Niederländisch als Zweitsprache in der Schule und nennen es Holländisch, die Sprache der holländischen Provinzen. In der niederländischen Provinz Limburg hat die Limburgische Regionalsprache eine besondere Stellung. In den Niederlanden genießt sie den Status einer Regionalsprache im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Die Varietäten im Nordosten der Niederlande gehören historisch gesehen zum Niedersächsischen. In der modernen Linguistik werden sie jedoch aufgrund des heutigen Dialektstands als niederländische Varietäten betrachtet, und nicht als deutsche, da das Niederländische als Dachsprache schon seit vielen Jahrhunderten einen erheblichen Einfluss auf die Varietäten in den Niederlanden ausübt.
Umgekehrt sind die ursprünglichen Mundarten des deutschen Niederrheins, des westlichen Ruhrgebiets, sowie Teile des Bergischen Landes historisch gesehen niederfränkisch oder niederländisch (alle fränkischen Mundarten nördlich der Uerdinger Linie). Insbesondere die früher in Deutschland gesprochenen Kleverländischen Dialekte gelten oft als niederländische Mundarten. In den meisten Schulen des heutigen deutschen Kreises Kleve war Niederländisch oder Kleverländisch bis ins 19. Jahrhundert Unterrichtssprache.[9]
In Belgien sprechen die Flamen, also die Bewohner des nördlichen Landesteils Flandern, die flämischen Dialekte des Niederländischen. Als Amts- und Schriftsprache wird jedoch in Flandern ebenso wie in den Niederlanden die niederländische Standardsprache verwendet.
Die Niederlande und Belgien haben am 9. September 1980 die so genannte Niederländische Sprachunion (Nederlandse Taalunie) geschaffen. Diese soll gewährleisten, dass eine gemeinsame Rechtschreibung und Grammatik fortbesteht und die Sprache gepflegt wird. Seit dem 12. Dezember 2003 ist auch Suriname Mitglied der Nederlandse Taalunie. Selbstverständlich gibt es regionale Eigenarten zwischen der niederländischen und der belgisch-flämischen Variante der Standardsprache. Die flämischen Dialekte selbst werden untergliedert in Westflämisch, Ostflämisch und Seeländisch (Zeeuws).
Im nordfranzösischen Département Nord leben ca. 80–120.000 Menschen, die mit der westflämischen Variante des Niederländischen (sogenanntes „Westhoek-Flämisch“) aufgewachsen sind.
Ein Großteil der weißen Bevölkerung Südafrikas (die Buren) und ebenso zahlreiche südafrikanische Farbige sprechen mit Afrikaans eine dem Niederländischen entstammende Halbkreolsprache, neben Xhosa und Zulu ist Afrikaans die meistverbreitete Sprache in der Republik Südafrika.
Darüber hinaus ist Niederländisch in Indonesien und Neuguinea eine verbreitete Zweitsprache (in der älteren Generation vor Englisch). Für Studenten der Rechtswissenschaft in Indonesien ist Niederländisch Teil des Curriculums. Die Niederlande waren dort zwischen 1602 und 1945 Kolonialmacht.
→ Hauptartikel: Niederländische Dialekte
Die in den Niederlanden, Belgien und Frankreich gesprochenen niederländischen Dialekte lassen sich in die Hauptdialektgruppen Niederfränkisch, Niedersächsisch und Ripuarisch gliedern. Diese gehören zum „niederländisch-deutschen“ Dialektkontinuum der westgermanischen Sprachen.
An der deutsch-niederländischen Grenze gehen die niederländischen Mundarten fließend ins Niederdeutsche oder Westmitteldeutsche über.
Es ist zu beobachten, dass sich vor allem die jüngeren, dialektunkundigen Deutschen und Niederländer entweder auf Hochdeutsch, aber auch auf Englisch unterhalten. Allerdings wird in den Niederlanden an fast jeder Schule auch Deutsch gelehrt. In den Grenzgebieten der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gibt es seit einigen Jahren ein zunehmendes Angebot von schulischem Niederländischunterricht, teilweise bilingual oder in Leistungskursen.
Die meisten Partikeln sind ebenso germanischer Herkunft: tot – (bis) zu; net – genau (wie); dus – also, doch; maar – aber; er – da, davon, dort / sehr, gar (steigernde Bedeutung)…es wird meist nicht übersetzt); Wörter wie golf (Welle) oder vastenavond (Karneval, „Fastenabend“) sind rheinisch-niederfränkischen Ursprungs. Mittelhochdeutsche Wörter, die ins Mittelniederdeutsche gelangten, finden sich auch noch im heutigen Niederländischen. Wegen der ständigen Kontakte auch zu hochdeutschen Sprachvarianten bis in die frühneuhochdeutsche Zeit gibt es heute noch viele markante Übereinstimmungen zwischen Deutsch und Niederländisch über die Wortverwandtschaft hinaus (gemeinsame Redewendungen, Sprichwörter usw.)
Das Niederländische verfügt ähnlich wie das Niederdeutsche gegenüber dem Hochdeutschen über einige lautliche Eigenheiten, die meist mit der zweiten (oder hochdeutschen) Lautverschiebung zusammenhängen:
Von der Hochdeutschen Lautverschiebung sind u. a. folgende Suffixe und Lautgruppen betroffen:
Ebenfalls betroffen sind die Vorsilben op- (auf-), af- (ab-), uit- (aus-), ter- (zer-) und terug- (zurück-).
→ Hauptartikel: Rechtschreibung des Niederländischen
Die niederländische Rechtschreibung ist weitgehend phonematisch. Auch Fremdwörter werden dementsprechend angeglichen: exclusief, fotografie, techniek, etnologie, muziek, recreatie
Von grundlegender Bedeutung ist im Niederländischen die Unterscheidung zwischen offenen und geschlossenen Silben (open/gesloten lettergrepen):
Die langen Vokale werden in offenen Silben einfach, in geschlossenen Silben doppelt geschrieben:
Auch Namen werden entsprechend verändert:
Kurze Vokale kommen lediglich in geschlossenen Silben vor:
Der Großteil der niederländischen Buchstaben werden wie im Deutschen ausgesprochen. Besondere Beachtung erfordern allerdings die folgenden Buchstaben und Buchstabenkombinationen:
Die einzelnen Silben werden durchverbunden, so dass der Glottisschlag des Niederländischen, anders als in verschiedenen Varietäten des Standarddeutschen nicht durchgängig die Funktion als Grenzsignal vor Vokal im Anlaut betonter Silben übernimmt, sondern als Mittel der Emphase benutzt wird.
Die niederländische Sprache schreibt allgemein alle Wortarten klein, nur das erste Wort eines Satzes wird groß geschrieben. Ausgenommen von dieser Regel sind Namen verschiedener Art. Dies sind vor allem:
Bei Wörtern, die im Singular auf einen Vokal enden (mit Ausnahme des e) und den Plural durch Anhängen eines s bilden, wird dieses Plural-s durch einen Apostroph abgetrennt: diploma’s, taxi’s, auto’s, menu’s.
Komposita werden in der Regel zusammengeschrieben (songfestival, nederlandstalig [niederländischsprachig], wereldoorlog [Weltkrieg]). Dies betrifft auch Komposita mit einem Eigennamen als bestimmendem Bestandteil (Weimarrepubliek [Weimarer Republik]); handelt es sich um einen mehrteiligen Eigennamen, wird das Grundwort mit dem letzten Bestandteil des Eigennamens verbunden. Beispiele hierfür sind die Koning Boudewijnstichting (König-Balduin-Stiftung) oder der Prins Bernhardplein (Prinz-Bernhard-Platz).
Die Grammatik des Niederländischen hat sich schon in der mittelniederländischen Zeit stark vereinfacht. Die Fälle werden bei den Substantiven und Adjektiven nicht mehr angewendet, sie sind nur noch in den Objektpronomen erkennbar (z. B. hij = er; hem = ihn / ihm {Dat. und Akk.}; zij, ze = sie {3. Person Mehrzahl}; hun = ihnen; hen (Schriftsprache) = sie) und treten in einigen feststehenden Redewendungen (in koelen bloede (Dat.) = kaltblütig; de heer des huizes (Gen.) = der Herr des Hauses) auf.
Die Syntax der niederländischen Sprache ist weitestgehend dieselbe wie im Deutschen. Unterschiede bestehen jedoch in der Behandlung der Hilfsverben in Nebensätzen, die wie im Deutschen am Ende stehen können, aber im Sprachgebrauch meist weiter vorn im Satz stehen:
Dasselbe gilt für zusammengesetzte Verben; sogar eine Trennung zwischen Vorsilbe und Stammverbform ist möglich:
Das Niederländische kennt drei verschiedene Arten des grammatischen Geschlechts: das männliche, das weibliche und das sächliche Geschlecht.
Es existieren im Niederländischen zwei verschiedene bestimmte Artikel (het bepaald lidwoord): de und het. Im Singular steht de vor den männlichen und weiblichen Substantiven, het dagegen vor sächlichen. Im Plural gibt es für alle drei grammatischen Geschlechter den gleichen Artikel: de. Eine Flexion des bestimmten Artikels findet in der niederländischen Sprache nicht statt. Lediglich in einigen Redewendungen und Sprichworten tauchen einige alte gebeugte Formen der Artikel auf: de eenvoud des harten = die Schlichtheit („Einfalt“) des Herzens, heden ten dage = heutzutage, Koninkrijk der Nederlanden = Königreich der Niederlande etc.
| Genus | Singular | Plural |
| männlich | de man (der Mann) | de mannen (die Männer) |
| weiblich | de vrouw (die Frau) | de vrouwen (die Frauen) |
| sächlich | het boek (das Buch) | de boeken (die Bücher) |
Der unbestimmte Artikel (het onbepaald lidwoord) im Niederländischen lautet im Singular für alle Substantive een („ee“ auszusprechen wie das zweite „e“ in: Rede. „Een“, mit „ee“ ausgesprochen wie das erste „e“ in Rede, bedeutet die Zahl eins, oder betont, dass z. B. nur EIN Exemplar vorhanden ist und nicht zwei.), und hat keine Pluralform.
| Genus | Singular |
| männlich | een man (ein Mann) |
| weiblich | een vrouw (eine Frau) |
| sächlich | een boek (ein Buch) |
Obwohl das Niederländische nur eine Unterscheidung in de- und het-Wörter kennt, spielt bei den pronominalen Bezeichnungen (hij, zij, het – er, sie, es) die Bestimmung, welchem Geschlecht das Substantiv zuzuordnen ist, eine wichtige Rolle.
Während in den nördlichen Provinzen der Niederlande das Sprachgefühl für eine klare Unterscheidung fast vollständig verloren gegangen ist, hat sich dieses Gefühl im südniederländischen Sprachgebiet, insbesondere in Flandern erhalten. So sind de boter („die Butter“) und de waarheid („die Wahrheit“) weiblich, de stoel („der Stuhl“) und de auto („das Auto“) männlich. Im Norden der Niederlande besteht jedoch die Tendenz, de-Wörter als maskulin einzustufen („hij“, dt. „er“) oder ein anderes Pronomen (z. B. „die“, dt. „diese(r)“) zu benutzen.
Im Vergleich zum Deutschen entspricht die Gruppe der de-Wörter meist den deutschen männlichen und weiblichen Substantiven, und die het-Wörter sind im Deutschen ebenfalls meist sächlich. Es gibt aber Ausnahmen: het begin – der Beginn, het genot – der Genuss, het gevaar – die Gefahr, het verkeer – der Verkehr, het loon – der Lohn, het kanon – die Kanone, de krokodil – das Krokodil, de a, de b en de c – das a, das b und das c, de baby – das Baby, usw.
Generell gibt es im Niederländischen nur zwei Pluralendungen: die auf -en und die auf -s. Ausnahmen gibt es nur bei einer Handvoll Fremdwörter (z. B.: museum / musea, obwohl museums heutzutage auch erlaubt ist).
Diminutive sind viel stärker vertreten als im Deutschen. Sie werden meist gebildet mit -je, -tje oder -pje. Wörter auf -ng bilden -nkje. Sie sind immer sächlich. Die häufige Benutzung von Verkleinerungsformen soll oft eine freundliche, gemütliche Atmosphäre hervorrufen, oder ironisch gemeint sein. Es gibt eine Anzahl lexikalisierte Diminutive, das heißt Wörter, die in der Diminutivform eine eigene Bedeutung erlangt haben, zum Beispiel:
Auch Adjektive können eine Verkleinerungsform bekommen:
Das Adjektiv (het bijvoeglijk naamwoord) ist als Prädikat unveränderlich. Als Beifügung trägt es überwiegend die Endung -e. Kein Endungs-e erhalten Adjektive vor sächlichen Substantiven, wenn diese in der unbestimmten Form stehen.
aber:
Die Steigerung der Adjektive ist fast genau so wie im Deutschen: Der Komparativ (vergelijkende trap) wird mit der Endung -er gebildet, und der Superlativ (overtreffende trap) mit -st:
groot – groter – grootst = „groß – größer – am größten“.
Die zum Superlativ gehörenden Adverbialform ist: de/ het -st: Van alle dieren is de walvis het grootste. = „Von allen Tieren ist der Wal am größten.“
Deutsch: größere Mengen Mehl = vrij grote („ziemlich große“) hoeveelheden meel.
Deutsch: unter größtem Interesse = onder zeer grote belangstelling.
Pronominaladverben wie darin, wozu, hiervon sind in mehreren germanischen Sprachen belegt, sie haben sich aber im Niederländischen stark entwickelt und spielen eine größere Rolle als im Deutschen. Die Relativpronomen zum Beispiel werden in Zusammenstellung mit Präpositionen fast immer ersetzt von einem Pronominaladverb:
Die Pronominaladverben sind meist spaltbar, oder werden nicht zusammengeschrieben:
Auch Possessivpronomen werden oft ersetzt, vor allem im Neutrum:
| Pronomen | Ersatzadverb |
|---|---|
| het | er |
| dit | hier |
| dat | daar |
| wat | waar |
| iets | ergens |
| niets | nergens |
| alles | overal |
Er wird jedoch mehr und mehr für Mask. und Fem. benutzt, weil die Unterscheidung zwischen maskulinem und femininen Geschlecht allmählich verschwindet.
Das Verb im Niederländischen endet in der Infinitivform, von einigen Ausnahmen abgesehen, auf -en. Das Verb wird wie im Deutschen konjugiert, also der handelnden Person entsprechend durch Veränderung der Verbendung gebeugt.
Zur Konjugation im Präsens (der Gegenwartsform) hat der Infinitiv (die Stammform) eines jeden Verbs eine zentrale Bedeutung. Er bestimmt wie im Deutschen die Konjugation des Verbs. Der Infinitiv endet auf -(e)n. Fast alle Verben, die im Niederländischen stark sind, sind es auch im Deutschen, und umgekehrt.
Hinsichtlich der Rechtschreibung müssen bei der Konjugation die Ausspracheregeln beachtet werden (z. B. Einfachschreibung der langen Vokale in offenen Silben, Doppelschreibung bei geschlossenen Silben):
Beispiele:
| Infinitiv | kopen | gaan |
| Stammform | koop | ga |
Also:
Für ik (ich) wird die Verbform durch den Wortstamm gebildet. Zu jij (du), hij (er), zij (sie), het (es) sowie für u als Höflichkeitsformen von Sie wird die Verbform durch den Stamm und der Endung -t gebildet. Bei wij (wir), jullie (ihr) und zij (sie) beugt man die Verbform, indem man den Infinitiv des Verbs nutzt.
Ist ein -t am Ende der Stammform (wie bei eten im unten stehenden Beispiel), wird das -t bei jij, hij, zij, het und u nicht noch einmal angefügt.
Wird „jij, je“ (du) der Präsensform nachgestellt, so entfällt die Endung -t: jij komt = du kommst; kom je = kommst du? Dat kun je niet menen! = Das meinst du ja nicht!
Beispiele:
| Person | kopen | lopen | eten | gaan |
| ik | koop | loop | eet | ga |
| jij/je | koopt | loopt | eet | gaat |
| hij, zij/ze, het | koopt | loopt | eet | gaat |
| wij/we | kopen | lopen | eten | gaan |
| jullie | kopen | lopen | eten | gaan |
| zij/ze | kopen | lopen | eten | gaan |
| u | koopt | loopt | eet | gaat |
Wichtige unregelmäßige Verben im Niederländischen sind die Hilfsverben:
| Person | hebben | zijn |
| ik | heb | ben |
| jij/je | hebt | bent |
| hij | heeft | is |
| zij/ze | heeft | is |
| het | heeft | is |
| wij/we | hebben | zijn |
| jullie | hebben | zijn |
| zij/ze | hebben | zijn |
| u | hebt/heeft | bent |
Die Vergangenheit (das Imperfekt; Niederländisch: de onvoltooid verleden tijd) weicht im Allgemeinen nur wenig von jener im Deutschen ab. Nur bei starken Verben mit -a- im Stamm ist der Vokal in der Einzahl kurz, aber in der Mehrzahl lang.
Bei den starken und den meisten unregelmäßigen Verben gibt es nur zwei Formen:
Dementsprechend:
ik was, wij waren = „ich war, wir waren“; ik had, wij hadden = „ich hatte, wir hatten“; ik kocht, wij kochten = „ich kaufte, wir kauften“; ik deed, wij deden = „ich tat, wir taten“; ik moest, wij moesten = „ich musste, wir mussten“; ik zong, wij zongen = „ich sang, wir sangen“; ik zag, wij zagen = „ich sah, wir sahen“; ik zou, wij zouden = „ich sollte / ich würde, wir sollten/ wir würden“; ik loog, wij logen = „ich log, wir logen“.
Bei den schwachen Verben ist die Lage jedoch etwas komplizierter. Der Ausgang ist in der Einzahl -te oder -de. In der Mehrzahl kommt ein, anders als im Deutschen in der Umgangssprache oft nicht hörbares, -n hinzu.
Wann wird -de(n), und wann wird -te(n) angehängt? Dazu gibt es die so genannte „t kofschip“-Regel. Diese funktioniert folgendermaßen:
Ist der Stammesauslaut des Zeitwortes stimmhaft, z. B. vrezen „fürchten“ (Stamm = vrez); spelen „spielen“ (Stamm = spel), so folgt -de(n): ik vreesde = „ich fürchtete“; wij vreesden = „wir fürchteten“; hij speelde = "er spielte"; jullie speelden = „ihr spieltet“.
Ist der Stammesauslaut des Zeitwortes aber, wie die Konsonanten der Eselsbrücke „'t kofschip“, stimmlos z. B. werken = „arbeiten“ (Stamm = werk); kloppen „klopfen, übereinstimmen“ (Stamm = klop), so folgt -te(n): ik werkte = „ich arbeitete“; zij werkten = „sie arbeiteten“; het klopte = „es stimmte“; jullie klopten = „ihr klopftet“.
Geht der Stamm auf -d oder -t aus, so gilt:
branden = "brennen": het brandde, zij brandden = „es brannte, sie brannten“. laden = „(be)laden“ (im Niederländischen schwach, im Deutschen stark): ik laadde, wij laadden = „ich lud, wir luden“.
zetten = „setzen“: ik zette, wij zetten = „ich setzte, wir setzten“. (In der Mehrzahl dieses Verbs ist die Vergangenheitsform der Gegenwartsform gleich; „wij zetten“ bedeutet also auch: „wir setzen“) groeten = „grüßen“: ik groette, wij groetten = „ich grüßte, wir grüßten“.
Der Konjunktiv ist im Niederländischen nur noch in einigen stehenden Ausdrücken, Bibelzitaten usw. erhalten. Er wird ersetzt durch Gefüge mit „zou/zouden“ + Infinitiv, oder einfach durch den Indikativ:
Als ik niet ziek was, kwam ik je bezoeken. - „Wenn ich nicht krank wäre, käme ich dich besuchen.“
Diese sind grundlegend dieselben wie im Deutschen: 1. Partizip: komend = „kommend“: de komende maand = „der kommende Monat“ 2. Partizip: geweest = „gewesen“: hij is ziek geweest = „er ist krank gewesen“
Das 2. Partizip hat, wenn es auf -en endet und als Adjektiv gebraucht wird, keine Endung: de verkochte auto = „das verkaufte Auto“; aber: de gestolen auto = „das gestohlene Auto“.
Das 2.Partizip der starken Verben geht auf -en aus. Aber: gestaan = „gestanden“; gegaan = „gegangen“; geweest = „gewesen“; gezien = „gesehen“; gedaan = „getan“.
Das 2. Partizip von schwachen Verben geht auf -d aus, wenn die Vergangenheitsformen auch mit -d gebildet werden; es geht auf -t aus, wenn die Vergangenheitsformen auch mit -t gebildet werden. Also, nach der „'t kofschip“-Regel: gespeeld = „gespielt“; gevreesd = „gefürchtet“; gewerkt = „gearbeitet“; gegroet = „gegrüßt“; gebrand = „gebrannt“; gezet = „gesetzt“.
Das Perfekt wird genau wie im Deutschen gebildet, und hat dieselbe Bedeutung: ik ben geweest = „ich bin gewesen“; jij hebt gehad = „du hast gehabt“; hij heeft gespeeld = „er hat gespielt“; wij zijn gekomen = „wir sind gekommen“; jullie hebben gewerkt = „ihr habt gearbeitet“; zij zijn geworden = „sie sind geworden“.
Einige Zeitwörter werden im Deutschen mit „haben“ konjugiert, im Niederländischen mit „zijn“, oder im Niederländischen mit „hebben“, im Deutschen mit „sein“:
1. komen = „kommen“
2. moeten = „müssen“:
3. brengen = „bringen“:
4. zullen = „sollen“ (nicht in der Bedeutung „müssen“), „werden“ (auch Hilfsverb der Zukunftsform):
5. willen = „wollen“:
6. zien = „sehen“:
7. mogen = „dürfen, mögen (sympathisch finden)“:
Das Niederländische kennt, wie die englische Sprache, eine Verlaufsform, die angibt, dass gerade eine Tätigkeit stattfindet. Sie wird gebildet durch ein Gefüge mit „zijn“, der Präposition „aan“, der Artikel „het“ und einem Infinitiv: