| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Brandenburg | ||
| Landkreis: | Oberhavel | ||
| Höhe: | 34 m ü. NN | ||
| Fläche: | 162,37 km² | ||
| Einwohner: | 41.488 (31. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 256 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 16515 | ||
| Vorwahl: | 03301 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | OHV | ||
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 65 256
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| Stadtgliederung: | 9 Ortsteile | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schloßplatz 1 16515 Oranienburg |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Hans-Joachim Laesicke (SPD) | ||
| Lage der Kreisstadt Oranienburg im Landkreis Oberhavel |
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Oranienburg ist die Kreisstadt des Landkreises Oberhavel in Brandenburg (Deutschland) an der Havel.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Oranienburg besteht aus den folgenden Ortsteilen:
Archäologische Funde zeigen, dass die Stadt aus einer slawischen Siedlung entstanden ist, die vermutlich den Namen Bochzowe trug. Die deutsche Besiedlung des heutigen Stadtgebietes erfolgte im Zuge der zweiten Ostexpansion im 12. Jahrhundert unter Beibehaltung des alten slawischen Namens. An der Stelle, wo sich heute das Schloss Oranienburg befindet, entstand Anfang des 13. Jahrhunderts eine Burg zum Schutz des Gebietes und der wichtigen Flussüberquerungen. 1216 wurde Oranienburg als „Bochzowe“ erstmals urkundlich erwähnt. 1232 erhielt „Bochzowe“ das Stadtrecht. Die Einwohner der Stadt betrieben Fischfang, Handel mit Fisch und landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Aus „Bochzowe“ entstand 1483 der Amtssitz Bötzow. Mit der Eroberung von Gebieten, die weiter östlich der Stadt liegen, verlor die Burg an Bedeutung, und an ihrer Stelle wurde durch den brandenburgischen Kurfürsten Joachim II ein zweistöckiges Jagdschloss errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bötzow niedergebrannt und geplündert. 1650 schenkte der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm seiner Frau Louise Henriette von Oranien die Domäne Bötzow. 1652 wurde in Bötzow ein Schloss im holländischen Stil errichtet, das den Namen Oranienburg erhielt. Hier richtete Louise Henriette 1663 das erste europäische Porzellankabinett ein. Der Schlossname wurde auch auf die Stadt übertragen. Eine Schwester von Louise Henriette, der Namenspatronin der Stadt Oranienburg, war Henriette Catharina von Nassau-Oranien. Sie heiratete Johann Georg II. von Anhalt-Dessau und ließ ab 1683 das heutige Schloss Oranienbaum erbauen, aus dem sich das Städtchen Oranienbaum entwickelte.
Mit Unterstützung von niederländischen Fachleuten und Glaubensflüchtlingen (Hugenotten, Salzburger, Juden) ließ die Kurfürstin in und um Oranienburg Musterwirtschaften nach niederländischem Vorbild anlegen. Sie schuf damit eine wesentliche Voraussetzung für die rasante Entwicklung Brandenburg-Preußens. Aus der Ehe des Großen Kurfürsten mit Louise Henriette ging Kurfürst Friedrich III. hervor, der das Schloss zum Gedenken an seine geliebte Mutter verschönern und erweitern ließ. 1701 begründete er als Friedrich I. das Königreich Preußen. Nachdem das Schloss den Sparzwängen des Soldatenkönigs geopfert werden musste, zog mit Prinz August Wilhelm, einem Bruder des kinderlosen Friedrichs des Großen und Vater des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II., noch einmal höfischer Glanz in Oranienburg ein. Theodor Fontane berichtet in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg ausführlich und anschaulich von der wechselvollen Geschichte Oranienburgs.
1802 wurde das Schloss an den Apotheker Dr. Hempel mit der Verpflichtung verkauft, eine Baumwollweberei zu errichten. Der Krieg gegen Frankreich brachte die Baumwollfabrikation 1807 zum Erliegen. 1814 wurde im Schloss eine Schwefelsäurefabrik errichtet, die als erste in Preußen nach dem Bleikammerverfahren produzierte. 1833 entdeckte Friedlieb Ferdinand Runge im Steinkohlenteer das Anilin und die Karbolsäure, 1835 wurden in der Fabrik die ersten Stearinkerzen hergestellt, 1840 die ersten Paraffinkerzen. 1848 wurde die Produktionsstätte aus dem Schloss auf das Mühlenfeld verlagert. Im nach einem Brand renovierten Schloss wurde 1861 ein evangelisches Lehrerseminar eröffnet, das bis 1926 betrieben wurde. Am 10. Juli 1877 wurde Oranienburg Bahnstation der neu eröffneten Nordbahnlinie Berlin – Stralsund. Am 28. Mai 1883 gründeten 18 Berliner Vegetarier im Westteil der Stadt die erste vegetarische Siedlung in Deutschland: die „Vegetarische Obstbaukolonie Eden GmbH“, in der auch der Geldreformer Silvio Gesell viele Jahre lebte und schließlich auch starb. Der Bau des Oder-Havel-Kanals in den Jahren 1906 bis 1912 belebte das wirtschaftliche Leben in der Stadt. 1912 wurde durch die Firma Heintze & Blankhardt ein Gelände aufgekauft und eine erste Fabrik für Stahlfedern errichtet. Das daraus entstandene Kaltwalzwerk Oranienburg, das bis zu 7000 Mitarbeiter beschäftigte, wurde nach der Wende von Krupp aufgekauft und geschlossen. Das damals modernste Werk wurde an China verkauft.
1933 errichtete die SA in einer alten Brauerei zunächst für die Inhaftierung von Gegnern des NS-Regimes aus der deutschen Reichshauptstadt Berlin eines der ersten nationalsozialistischen Konzentrationslager (KZ Oranienburg). Im Juli 1934 wurde dort der Schriftsteller Erich Mühsam ermordet. Im Juni 1936 wurde von der SS am östlichen Stadtrand das KZ Sachsenhausen errichtet, in dem bis zum Kriegsende mehr als 100.000 Menschen ihr Leben verloren. Daneben befand sich in Oranienburg als zentrale Verwaltungseinrichtung die Inspektion der deutschen Konzentrationslager. Oranienburg und das KZ wurden im April 1945 von der Roten Armee befreit. Die sowjetische Besatzungsmacht nutzte das KZ-Gelände bis 1950 weiter als Internierungslager. Oranienburg wurde während des Krieges stark bombengeschädigt, was darauf zurückzuführen ist, dass es in der Stadt kriegswichtige Werke gab – zum einen die Auerwerke, welche sich auf dem Gelände der heutigen Wohnsiedlung am Lindenring und am Bahnhof bis zur Havel erstreckten, und die Heinkel Flugzeug AG, von der nur noch die sanierte Werkssiedlung „Weiße Stadt“ und Teile des Werkflughafens im Süden der Stadt existieren. Ferner hatte die Berliner Argus Motoren Gesellschaft ein Zweigwerk in der Stadt. Wie stark Oranienburg bombardiert wurde, sieht man daran, dass bis heute jedes Jahr mehrere Blindgänger, überwiegend mit chemischen Zeitzündern, gefunden werden.
Am 23. April 1952 wurde Oranienburg zur Kreisstadt des neu gebildeten gleichnamigen Kreises. Im Zuge einer Kreisgebietsreform im Jahr 1993 wurde Oranienburg Kreisstadt des neuen Landkreises Oberhavel, in dem die Kreise Oranienburg und Gransee aufgingen.
Im Schloss Oranienburg befand sich bis 1990 eine Kaserne der Grenztruppen der DDR. Neben der Stadtverwaltung beherbergt das inzwischen sanierte Schloss ein renommiertes Museum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sowie das Regionalmuseum des Landkreises Oberhavel. Bis zur Landesgartenschau im Jahr 2009 wird das Schlossumfeld vollständig umgestaltet.
Etwas außerhalb der Stadt auf dem ehemaligen Gelände der Heinkel AG und dem ehemaligem Werksflugplatz waren bis 1994 Einheiten der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland stationiert, welche auch Teile der ehemaligen Werkssiedlung „Weiße Stadt“ besetzten. Wegen mangelnder Instandsetzung verkamen die Häuser der Siedlung im Laufe der Jahrzehnte zusehends. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen wurden die Häuser saniert und es entstand wieder eine ruhige Wohngegend mit weiß getünchten Häusern wie vor dem Zweiten Weltkrieg.
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands wurde Gewerbe neu angesiedelt, Wohnviertel wurden grundlegend saniert und gebaut, Straßen, Fuß- und Radwege neu angelegt. Aber auch neue Wohn- und Geschäftshäuser prägen das historisch gewachsene Stadtbild.
Neben der St.-Nikolai-Kirche, die von der evangelischen Gemeinde genutzt wird, sind noch die Römisch-Katholische Kirche, die Siebenten-Tags-Adventisten, die Evangelisch-methodistische Kirche sowie weitere Freikirchen in Oranienburg vertreten.Als junger Pfarrer wirkte der spätere Landesbischof Kurt Scharf zu Beginn der Nazizeit als Gemeindepfarrer in der damals noch eigenständigen Gemeinde Sachsenhausen. Als engagierter Christ der Bekennenden Kirche setzte er sich schützend für jüdische Mitbürger und Häftlinge des nahe gelegenen Konzentrationslagers ein. Auch den Mitbegründer des Pfarrernotbundes, aus dem die Bekennende Kirche hervor ging, Pfarrer Martin Niemöller, der von 1938 bis 1941 als „persönlicher Gefangener Hitlers“ im „Zellenbau“ des KZ Sachsenhausen inhaftiert war, konnte er einmal besuchen.
Das jüdische Bethaus von 1848 (zu dem auch Schule, Lehrerwohnung und Mikwe gehörten) in der Havelstraße wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern zerstört. Das 1988 zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde und ihre Synagoge errichtete Denkmal auf der gegenüber liegenden Straßenseite enthält die falsche Angabe über eine angebliche Kriegszerstörung. Seit einigen Jahren gibt es in Oranienburg nach fast 60 Jahren wieder eine kleine, aber lebendige, jüdische Gemeinde. Sie zählt 60 Mitglieder und wird von einem Rabbiner aus Berlin betreut. Die Gemeinde Wiedergeburt unterhält im Zentrum Oranienburgs ein Gemeindehaus, das als Bethaus, Begegnungsstätte und Verwaltung fungiert. Dem ehemaligen amerikanischen Finanzminister (unter Jimmy Carter) und heutigen Direktor des Jüdischen Museums in Berlin Werner Michael Blumenthal wurde im Jahre 2000 durch seine Heimatstadt Oranienburg die Ehrenbürgerwürde verliehen.
Die Stadt hat nach ihrer jahrzehntelangen Obhut der jüdischen Gemeinde den gut erhaltenen Jüdischen Friedhof zurückgegeben. Nach mehr als 60-jähriger Unterbrechung wurde inzwischen wieder eine Beisetzung durchgeführt.
Der Stadtverordnetenversammlung Oranienburg besteht aus 36 Stadtverordneten und dem Bürgermeister. Nach den Kommunalwahlen am 28. September 2008 setzt sie sich wie folgt zusammen:
Die Abgeordneten von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie von CDU und FDP haben sich jeweils zu einer Fraktion zusammengeschlossen.
Blasonierung: „In Silber ein aus grünem Rasengrund wachsenden grünen Eichenbaum mit vier goldenen Früchten, rechts einen roten, dem Stamm zugekehrten, gekrümmten Fisch.“
Die Flagge der Stadt Oranienburg ist rot-weiß und zeigt das Stadtwappen, in der Mitte der Farbabgrenzung rot-weiß befindet sich senkrecht der Eichenbaum.
Freundschaftliche Beziehung gibt es weiterhin zu:
In Oranienburg befindet sich die ALTANA Pharma Oranienburg GmbH, ein Pharmaziebetrieb, der nach der Wende grundlegend saniert wurde und jetzt als ein Unternehmen der ALTANA die Produktion und den Verkauf pharmazeutischer Produkte, Kosmetika und Diätetika, die Entwicklung derartiger Produkte sowie damit zusammenhängende Dienstleistungen betreibt. Seit dem 1. Januar 2007 gehört das weltweit agierende Pharmaunternehmen zur dänischen NYCOMED Group.
Im neuen Gewerbepark Nord ist die ORAFOL Europe GmbH als mittelständisches Unternehmen angesiedelt, das sich mit der Entwicklung und Produktion hochwertiger selbstklebender Spezialerzeugnisse beschäftigt. Das expandierende Unternehmen, in dem über 520 Mitarbeiter tätig sind, exportiert in mehr als 70 Länder. Das dänische Unternehmen GENAN (Altreifenrecycling), der Hersteller von Kunststoffprodukten Plastimat sowie die französische Firma Laurent (Reifenherstellung) prägen maßgeblich die wirtschaftliche Basis der Stadt.
Oranienburg verfügt über einen Bahnhof der Bahnhofskategorie 3 an der Hauptstrecke Berlin–Stralsund/Rostock (Preußische Nordbahn). Mit dem stündlich verkehrenden Regionalexpress ist das Zentrum Berlins in weniger als einer halben Stunde erreichbar. An dieser Strecke liegt auch der Regionalbahnhof des Ortsteils Sachsenhausen. Die Ortsteile Schmachtenhagen und Wensickendorf sind über die Heidekrautbahn nach Berlin-Karow angebunden. Eine Nebenstrecke nach Kremmen (Teil der Umgehungsbahn) ist stillgelegt. Die Linie S1 der Berliner S-Bahn hält in Lehnitz und endet im Bahnhof Oranienburg.
Durch die Stadt führt in West-Ost-Richtung die Bundesstraße 273. Die Bundesstraße 96 führt auf einer vierspurigen Umgehungsstrecke westlich an Oranienburg vorbei. Am südlichen Stadtrand von Oranienburg verläuft die Bundesautobahn 10 (Berliner Ring) mit der Anschlussstelle Birkenwerder und dem Autobahndreieck Kreuz Oranienburg.
Die wichtigsten Wasserstraßen sind der Oder-Havel-Kanal, der Oranienburger Kanal, der Ruppiner Kanal und die Havel.
Der Radfernweg Berlin-Kopenhagen durchquert die Stadt auf der Strecke Lehnitz–Oranienburg–Friedrichsthal–Bernöwe.
Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.
In Oranienburg erscheinen als Tageszeitungen der Oranienburger Generalanzeiger und eine Lokalausgabe der Märkischen Allgemeinen. Seit März 2005 sendet aus der T.U.R.M. Erlebniscity der Radiosender OldieStar Radio ein regionales Rundfunkprogramm für die Landkreise Oberhavel und Barnim. Über das Kabelnetz informiert der lokale Fernsehsender OHV-TV aus der Region.
Im Ortsteil Zehlendorf befindet sich eine große Rundfunksendeanlage für LW, MW und UKW.
Weiterführende Schulen
Grundschulen
Förderschulen
Fachhochschulen
Oranienburg richtet unter dem Motto „Traumlandschaften einer Kurfürstin“ die brandenburgische Landesgartenschau 2009 aus. Neben der Umgestaltung der Militärbrache hinter dem Barockschloss zu einer Parkanlage mit einem Wasserwanderstützpunkt ist beabsichtigt, den Schlossplatz städtebaulich aufzuwerten.
siehe: Liste der Ehrenbürger von Oranienburg
Birkenwerder | Fürstenberg/Havel | Glienicke/Nordbahn | Gransee | Großwoltersdorf | Hennigsdorf | Hohen Neuendorf | Kremmen | Leegebruch | Liebenwalde | Löwenberger Land | Mühlenbecker Land | Oberkrämer | Oranienburg | Schönermark | Sonnenberg | Stechlin | Velten | Zehdenick