![]() (Flagge der Gemeinde Utrecht) |
![]() (Wappen der Gemeinde Utrecht) |
| Provinz | Utrecht |
| Bürgermeister | Aleid Wolfsen |
| Sitz der Gemeinde | Utrecht |
| Fläche – Land – Wasser |
99,32 km² 96,35 km² 2,97 km² |
| Einwohner – Bevölkerungsdichte |
283.363 (01.06.2006) 2.917 Einwohner/km² |
| Koordinaten | 52° 5′ N, 5° 7′ O52.08888888895.11555555556Koordinaten: 52° 5′ N, 5° 7′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | A2, A12, A27 |
| Vorwahl | 030 |
| Postleitzahlen | 3500 - 3599 |
| Website | www.utrecht.nl |
Die niederländische Gemeinde Utrecht (
anhören ?/i) ist die Hauptstadt der Provinz Utrecht. Am 1. Juni 2006 betrug die Einwohnerzahl 283.363 (Agglomeration 660.000). Die Stadt ist sehr zentral in den Niederlanden gelegen, deswegen kommt auch ihrem Bahnhof eine besondere Bedeutung für Fernverbindungen zu. Utrecht verfügt mit der Universität Utrecht über eine bedeutende Universität, eine Musikhochschule (Conservatorium) und eine Fachhochschule (Hogeschool). Die Stadt ist Sitz sowohl eines römisch-katholischen als auch eines altkatholischen Erzbischofs.
Westlich der Stadt, ringsum das Dorf Vleuten, ist die Planstadt Leidsche Rijn im Bau. Das auf einer Fläche von rund 20 Quadratkilometern größte Stadtbauprojekt der Niederlande soll bis 2015 fertiggestellt sein und 100.000 Menschen Wohnraum und Arbeitsstätten bieten. Bei der Planung dieses Musterstadtteils wurde Wert darauf gelegt, daß eine möglichst kleinteilige Siedlungsweise mit vielen Eigenheimen, die oft an den Ufern kleiner Kanäle liegen verwirklicht wird. Die Bewohner sollen alle Infrastruktureinrichtungen wie Kinderbetreuung, Schulen, Einkaufszentren, Freizeit- und Sporteinrichtungen über das Radwegenetz möglichst schnell erreichen.
Inhaltsverzeichnis |
Bereits im Jahre 48 n. Chr. gab es an dieser Stelle auf Grund der günstigen Lage, an der einige kleine Flüsse zusammenkommen, eine römische Siedlung, die möglicherweise Traiectum („Flussübergang“) hieß. Um 690 errichtete der heilige Willibrord hier eine Mission. Für die Gebäude wurden die römischen Ruinen wiederverwendet.
Der Ort bekam den Namen: Ultra Traiectum, uut Trecht („außerhalb Trajectums“), vergleiche niederländisch uit („aus“). In alten Drucken findet sich im Impressum die Ortsangabe Trajecti ad Rhenum oder auch Traiecti Batavorum.
Im 12. Jahrhundert wurde Utrecht eine ummauerte Stadt. Als Bischofssitz war sie von größter Bedeutung und die Stadt ist daher reich an mittelalterlichen Kirchen. Im Jahr 1559 wurde Utrecht Sitz eines Erzbistums. Im Jahre 1576 gab es in der Stadt einen Aufstand (siehe: Achtzigjähriger Krieg) gegen die Spanier, und die Zitadelle Vredenburg wurde eingenommen (später geschleift; die Trümmer wurden für andere Bauten wiederverwendet). 1579 wird in Utrecht die Utrechter Union abgeschlossen.
Im Jahre 1636 wurde die Universität gegründet. Die Stadt verlor dann vorübergehend an Bedeutung, wuchs aber wieder stark, nachdem sie im 19. Jahrhundert Eisenbahnanschlüsse erhielt. Utrecht ist heute die viertgrößte Stadt der Niederlande. Im Westen ist, rings um das ehemalig selbständige Dorf Vleuten, ein großes Neubauviertel, Leidsche Rijn, im Bau.
Im Jahr 1723 spaltete sich das Erzbistum Utrecht von der römisch-katholischen Kirche ab und begründete dadurch die altkatholische Kirche der Niederlande. Erst 1853 wurde Utrecht auch wieder Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs. Heute gibt es in Utrecht daher zwei Erzbischöfe, den römisch-katholischen und den alt-katholischen.
1931 wurde in Utrecht die faschistische Nationaal-Socialistische Beweging (NSB) gegründet.
Der Name Utrecht taucht immer wieder bei wichtigen Verhandlungen und Verträgen, die von welthistorischer Bedeutung waren, auf. Hier wurde unter Anderem nach dem Ende der spanischen Erbfolgekriege im 18. Jahrhundert ein Vertrag ausgehandelt, der neben der Regelung der Großmächte in Europa auch den Kolonialbesitz dieser regelte. Ferner wurde hier bereits im 15. Jahrhundert ein Vertrag ausgehandelt, um die Besitzansprüche der Hanse klar abzustecken.
Siehe auch:
Des Weiteren bestand von 1971 bis 1976 eine Partnerschaft mit Hannover.
Die Stadt verfügt über eine vielseitige Industrie, wichtiger jedoch ist der Dienstleistungsbereich. Viele Versicherungsgesellschaften, einige kleine Banken, unter anderem auch der niederländische Teil der Fortis-Gruppe, Energieversorger wie Econcern, viele Institutionen wie die Gewerkschaften der Niederlande sowie die niederländische Eisenbahngesellschaft NS (Nederlandse Spoorwegen) haben in Utrecht ihren Hauptsitz.
Die Stadt ist der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt der Niederlande. Auch der Merwedekanaal und dessen Erweiterung im Amsterdam-Rhein-Kanal helfen beträchtlich mit, die wirtschaftliche Zentralstelle Utrecht zu stärken. 1916 wurde der Jaarbeurs, die Utrechter Messe gegründet. Die Universität hat ihre meisten Gebäude im Universitätszentrum De Uithof, am Südostrand der Stadt, an der Autobahn Richtung De Bilt und Arnheim. Mehrere Autobahnen kreuzen sich nahe der Stadt. Der Flughafen Schiphol ist etwa 40 Kilometer entfernt.
Die Universität Utrecht, die größte der Niederlande, hat neben der Universitätsbibliothek Utrecht und einer Reihe historischer Gebäude in der Altstadt einen ausgedehnten, architektonisch bedeutenden Campus im Osten der Stadt: De Uithof.
Es gibt eine Niederlassung des Holland Casino in Utrecht.
Am 8. September 2003 wurde in einem Vorort von Utrecht bei Baumarbeiten aus Versehen ein 45 Meter hoher Sendemast gefällt.
In Utrecht wurde das sogenannte Utrechter Modell entworfen, welches illegale Prostitution vor kriminellen Übergriffen schützen soll.
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